Am 15. und 16. August 2026 steht für uns die Doppel-CACIB-Ausstellung in Ludwigshafen bevor. Während der Vorbereitungen beschäftigen wir uns noch einmal besonders intensiv mit unseren Hunden: mit ihrem Erscheinungsbild, ihrer Bewegung, ihrem Wesen und all den Eigenschaften, die einen typischen English Mastiff ausmachen.
Diesen aktuellen Anlass möchte ich nutzen, um unsere besondere Rasse ausführlich vorzustellen – nicht nur anhand des offiziellen Rassestandards, sondern auch aus meiner ganz persönlichen Sicht. Geprägt ist diese Sicht von mehr als 30 Jahren mit Mastiffs, zahlreichen Ausstellungen, vielen aufgezogenen Welpen und unzähligen gemeinsamen Erinnerungen.
Mehr über unsere Geschichte, unsere Zuchtphilosophie und das gemeinsame Leben mit unseren Hunden erfahren Sie auf unserer Seite Über uns.
Ein Rasseporträt kann Maße, Farben und äußerliche Merkmale beschreiben. Was es wirklich bedeutet, mit einem Mastiff zu leben, lässt sich jedoch erst durch die gemeinsame Erfahrung verstehen.
Seit 1995 begleiten Mastiffs mein Leben. In dieser langen Zeit durfte ich Welpen aufwachsen sehen, viele unterschiedliche Persönlichkeiten kennenlernen, unsere Hunde im Ausstellungsring präsentieren und Familien auf ihrem Weg zum eigenen Mastiff begleiten.
Trotzdem fällt es mir bis heute nicht leicht, diese Rasse in wenigen Sätzen zu beschreiben.
Natürlich ist der Mastiff ein außergewöhnlich großer und kraftvoller Hund. Wer ihm zum ersten Mal begegnet, nimmt zunächst seine beeindruckende Erscheinung wahr: den breiten Kopf, den tiefen Körper, die kräftigen Knochen und diese besondere Ruhe, mit der er seine Umgebung beobachtet.
Wer mit einem Mastiff lebt, entdeckt jedoch schnell noch etwas anderes.
Hinter seiner imposanten Erscheinung verbirgt sich ein sensibler, liebevoller und eng mit seinen Menschen verbundener Begleiter. Ein Hund, der nicht ständig im Mittelpunkt stehen muss und trotzdem am liebsten überall dabei ist. Einer, der oft einfach ruhig neben uns liegt – und gerade dadurch das Gefühl vermittelt, dass jemand ganz Besonderes an unserer Seite ist.
Die wahre Größe eines Mastiffs zeigt sich für mich nicht in Kilogramm, sondern in seinem Wesen.
Mit diesem Rasseporträt möchte ich deshalb nicht nur beschreiben, wie ein English Mastiff aussieht. Ich möchte erzählen, wie es sich anfühlt, mit dieser besonderen Rasse zu leben – und weshalb sie mich seit mehr als drei Jahrzehnten nicht mehr losgelassen hat.
Die Hunde, die unsere Zucht heute prägen, stellen wir auf der Seite Unsere English Mastiffs ausführlich vor.
Mastiff oder English Mastiff?
Die offizielle Bezeichnung der Rasse im FCI-Standard lautet schlicht Mastiff. Ihr Ursprungsland ist Großbritannien.
Der Mastiff wird unter der FCI-Standardnummer 264 in der Gruppe 2 bei den molossoiden, doggenartigen Hunden geführt. Als ursprüngliche Verwendung nennt der Standard den Schutz- und Wachhund.
Im deutschsprachigen Raum wird häufig die Bezeichnung English Mastiff verwendet. Sie hilft dabei, den Mastiff eindeutig von anderen mastiffartigen Rassen wie dem Bullmastiff, Mastino Napoletano oder Tibetan Mastiff zu unterscheiden.
Wenn wir bei From the Celtic Mountain vom Mastiff sprechen, meinen wir daher immer den ursprünglichen britischen Mastiff – den Hund, der im Englischen häufig auch als Old English Mastiff bezeichnet wird.
Heute erleben wir ihn vor allem als engen Familienbegleiter. Seine ruhige Präsenz hinterlässt oftmals mehr Eindruck als lautes oder hektisches Verhalten.
Eine traditionsreiche britische Hunderasse
Mastiffartige Hunde sind in Großbritannien bereits seit vielen Jahrhunderten bekannt. Der offizielle Standard beschreibt ihre Geschichte bis weit vor die Schlacht von Agincourt im frühen 15. Jahrhundert zurück. Bereits damals waren diese Hunde für ihren Mut und ihren Beschützerinstinkt bekannt. Auch aus der Zeit der römischen Eroberung Großbritanniens existieren Berichte über besonders kräftige, mastiffartige Hunde.
Im Laufe der Jahrhunderte wurden Mastiffs unter anderem zum Schutz von Anwesen, Familien und Eigentum gehalten.
Diese Geschichte gehört zur Rasse. Sie erklärt einen Teil ihrer beeindruckenden Erscheinung und ihrer ruhigen Wachsamkeit. Gleichzeitig sollte sie nicht dazu führen, den heutigen Mastiff ausschließlich als historischen Schutz- oder Wachhund zu betrachten.
Der moderne Mastiff ist vor allem ein Hund, der eine enge Beziehung zu seinen Menschen aufbaut und einen festen Platz in ihrer Familie sucht.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Rasse in Großbritannien beinahe ausgestorben. Importierte Hunde bildeten anschließend eine wichtige Grundlage für den Wiederaufbau der Population.
Dass wir diese besondere Rasse heute weiterhin erleben dürfen, verdanken wir daher auch engagierten Züchtern, die sich über Ländergrenzen hinweg für ihren Erhalt eingesetzt haben.
Für mich bedeutet Zucht deshalb immer auch, Verantwortung gegenüber der Geschichte einer Rasse zu übernehmen – ohne dabei stehen zu bleiben.
Größe, Kraft und Harmonie
Der Mastiff gehört zweifellos zu den größten und schwersten Hunderassen.
Trotzdem sollte er nicht danach beurteilt werden, ob er eine möglichst beeindruckende Zahl auf die Waage bringt. Der Rassestandard stellt ausdrücklich klar, dass Größe nur dann erwünscht ist, wenn sie mit Qualität, richtigen Proportionen und vollständiger Gesundheit verbunden bleibt.
Typisch sind:
- ein großer, nahezu quadratisch wirkender Kopf,
- ein breiter und kräftiger Fang,
- eine tiefe und breite Brust,
- ein massiver, aber harmonischer Körper,
- kräftige Knochen,
- sowie stabile und weit auseinanderstehende Läufe.
Dabei soll das gesamte Erscheinungsbild ebenmäßig und ausgewogen wirken. Ein Mastiff darf kraftvoll und eindrucksvoll sein, ohne unbeweglich oder übertrieben schwerfällig zu erscheinen.
Auch das Gangwerk ist von großer Bedeutung. Der Standard beschreibt es als kraftvoll, flüssig, mühelos raumgreifend und von der Hinterhand angetrieben. Ein gesundes Gangwerk ist dabei unerlässlich.
Ein guter Mastiff ist für mich nicht einfach nur groß. Er vereint Substanz, Ausgeglichenheit, Beweglichkeit und Ausdruck.
Gerade im Ausstellungsring wird deutlich, dass reine Masse niemals das einzige Ziel sein darf. Größe muss von einem entsprechend stabilen und funktionalen Körper getragen werden.
Ein Mastiff sollte nicht nur im Stand beeindrucken. Er sollte sich auch sicher, frei und selbstverständlich bewegen können.

Mehr über Gretas Entwicklung, Gesundheitsuntersuchungen und Ausstellungserfolge erfahren Sie in ihrem Porträt Greta from Gawy.
Der typische Kopf und Ausdruck
Der Kopf gehört zu den auffälligsten Merkmalen des Mastiffs.
Er soll groß, breit und kraftvoll wirken. Der Fang ist kurz, breit und nahezu quadratisch. Die schwarze Maske unterstreicht den charakteristischen Ausdruck. Die vergleichsweise kleinen Ohren liegen seitlich eng am Kopf an und sollen ebenfalls dunkel sein.
Typisch sind außerdem die Falten auf Stirn und Kopf, besonders wenn die Aufmerksamkeit des Hundes geweckt wird. Im entspannten Zustand soll die Haut jedoch nicht übertrieben faltig erscheinen.
Die Augen sind weit auseinanderliegend und haselnussbraun, wobei eine dunklere Farbe bevorzugt wird.
Für mich liegt die besondere Ausstrahlung eines Mastiffs aber nicht allein in einzelnen äußerlichen Merkmalen. Sie entsteht aus dem Zusammenspiel von Kopf, Augen, Haltung und Wesen.
Ein guter Mastiff-Ausdruck wirkt aufmerksam und selbstbewusst, dabei jedoch nicht hart oder unnahbar. In seinen Augen darf sich genau jene ruhige Sensibilität zeigen, die wir auch im täglichen Zusammenleben erleben.
Die Farben des Mastiffs
Der Mastiff wird in drei anerkannten Farbvarianten gezüchtet:
- Fawn beziehungsweise Falb
- Apricot
- Gestromt
Typisch sind bei allen drei Farben die schwarze Maske, schwarze Ohren und eine schwarze Nase. Auch die Augenlider sollen dunkel umrandet sein. Das kurze und eng anliegende Fell unterstreicht den kräftigen Körperbau.
Jede Farbe besitzt für mich ihren eigenen Reiz.
Ein fawnfarbener Mastiff wirkt häufig besonders klassisch. Apricot kann eine warme und intensive Ausstrahlung besitzen. Die gestromte Zeichnung wiederum gibt jedem Hund ein sehr individuelles Erscheinungsbild.
Trotzdem sollte die Farbe bei der Auswahl eines Welpen niemals wichtiger werden als Gesundheit, Wesen und die Frage, welcher Hund wirklich zur jeweiligen Familie passt.
Ein schönes Äußeres darf begeistern. Die Persönlichkeit entscheidet jedoch darüber, ob aus dieser Begeisterung ein harmonisches gemeinsames Leben wird.
Die drei anerkannten Farbvarianten
Die drei anerkannten Farbvarianten aus unserem Rudel: Greta in Fawn, Magnus in Gestromt und Ingo in Apricot.
Das Wesen: ruhig, liebevoll und wachsam
Der Rassestandard beschreibt den Mastiff als eine Verbindung aus Erhabenheit und Mut. Er soll ruhig und liebevoll gegenüber seinen Besitzern sein, sie bei Bedarf aber auch beschützen können. Fremden gegenüber verhält er sich gewöhnlich eher gleichgültig. Ängstlichkeit oder unkontrollierte Aggressivität entsprechen nicht dem gewünschten Wesen.
Diese Beschreibung trifft vieles von dem, was ich über die Jahre an dieser Rasse lieben gelernt habe.
Ein Mastiff muss nicht jedes Geräusch kommentieren. Er muss nicht jedem Besucher sofort entgegenlaufen und nicht ständig beweisen, wie stark er ist.
Viele unserer Hunde nehmen sehr genau wahr, was um sie herum geschieht. Sie beobachten neue Situationen zunächst in Ruhe und orientieren sich dabei stark an ihren vertrauten Menschen.
Gegenüber der eigenen Familie können Mastiffs ausgesprochen anhänglich sein. Manche suchen ständig Körperkontakt. Andere liegen lieber ein wenig daneben und behalten trotzdem alles im Blick.
Sie haben häufig eine ruhige und fast würdevolle Art – bis sie plötzlich wieder zeigen, wie viel Humor und Eigenwilligkeit in ihnen steckt.
Denn auch das gehört zum Mastiff:
Er kann verspielt, albern, verschmust und gelegentlich erstaunlich stur sein.
Ein Mastiff gehorcht nicht allein seiner Größe wegen. Er möchte verstehen, vertrauen und als Partner ernst genommen werden.

Ein sensibler Hund hinter beeindruckender Erscheinung
Die Größe des Mastiffs kann leicht den Eindruck erwecken, er sei besonders robust und unempfindlich.
Im Wesen sind viele Mastiffs jedoch ausgesprochen sensibel.
Sie nehmen Stimmungen wahr, reagieren auf den Tonfall ihrer Menschen und können sehr fein unterscheiden, ob sie freundlich geführt oder unnötig unter Druck gesetzt werden.
Härte ist bei dieser Rasse weder nötig noch sinnvoll.
Ein Mastiff braucht Klarheit, Verlässlichkeit und liebevolle Konsequenz. Regeln sollten verständlich sein und innerhalb der Familie möglichst einheitlich gelten.
Er soll wissen, woran er ist – ohne Angst vor seinen Menschen haben zu müssen.
Nach meiner Erfahrung entsteht die schönste Zusammenarbeit dann, wenn der Mastiff seinem Menschen wirklich vertraut. Aus diesem Vertrauen entwickelt sich eine Bindung, die trotz seiner enormen körperlichen Kraft eine ruhige und sichere Führung ermöglicht.
Ein Familienhund mit großem Nähebedürfnis
Unsere Mastiffs leben mitten in der Familie.
Für mich wäre es kaum vorstellbar, diese Rasse dauerhaft getrennt von ihren Menschen zu halten. Ein Mastiff möchte am Alltag teilnehmen.
Das bedeutet nicht, dass er den ganzen Tag beschäftigt werden muss. Häufig genügt es ihm, im selben Raum zu liegen, vertraute Stimmen zu hören und zu wissen, dass seine Menschen in der Nähe sind.
Er begleitet uns durch ruhige Tage ebenso wie durch besondere Erlebnisse.
Er liegt im Weg, wenn wir gerade durch die Tür möchten. Er besetzt mit beeindruckender Selbstverständlichkeit den bequemsten Platz. Und er kann fest davon überzeugt sein, dass auch viele Kilogramm Körpergewicht noch hervorragend auf einen menschlichen Schoß passen.
Gerade diese Nähe macht das Zusammenleben so besonders.
Im Umgang mit Kindern gelten dieselben Grundsätze wie bei jeder anderen Hunderasse: Ein respektvoller Umgang, klare Regeln und die Aufsicht durch Erwachsene sind unverzichtbar.
Die besondere Größe und Kraft des Mastiffs müssen immer mitgedacht werden. Auch ein freundlicher und ruhiger Hund kann ein kleines Kind unbeabsichtigt umstoßen.
Gut sozialisiert, liebevoll geführt und in den Alltag einbezogen kann ein Mastiff jedoch zu einem tief verbundenen Familienbegleiter werden.
Wie unsere Welpen mit engem Familienanschluss aufwachsen und auf ihr späteres Leben vorbereitet werden, erklären wir ausführlich auf unserer Seite English Mastiff Welpen und Wurfplanung.

Erziehung beginnt beim kleinen Welpen
Ein Mastiff-Welpe ist niedlich, tapsig und zunächst noch vergleichsweise leicht zu führen.
Das ändert sich schneller, als viele zukünftige Halter erwarten.
Deshalb beginnt eine verantwortungsvolle Erziehung nicht erst, wenn der Hund körperlich ausgewachsen ist.
Ein erwachsener Mastiff sollte gelernt haben:
- ruhig an der Leine zu gehen,
- sich an seinen Menschen zu orientieren,
- Besucher kontrolliert zu begrüßen,
- Pflegemaßnahmen gelassen zu akzeptieren,
- ins Auto einzusteigen,
- eine Rampe zu nutzen,
- und alltägliche Situationen ruhig zu bewältigen.
Dabei braucht der Mastiff keine übertriebene Strenge.
Mit Geduld, Klarheit und Verlässlichkeit erreicht man bei dieser sensiblen und eng mit ihren Menschen verbundenen Rasse wesentlich mehr.
Ein Mastiff, der seinem Menschen vertraut, lässt sich trotz seiner Größe angenehm und sicher durch den Alltag führen.
Gerade eine gute Erziehung schenkt ihm später Freiheit. Er kann mehr Orte begleiten, entspannter Besuch empfangen und selbstverständlicher am gemeinsamen Leben teilnehmen.
Bewegung mit Maß und Verstand
Der Mastiff ist kein Hund für sportliche Höchstleistungen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass er sich nicht gerne bewegt.
Ein erwachsener, gesunder Mastiff genießt gemeinsame Spaziergänge, Ausflüge und das freie Erkunden seiner Umgebung. Häufig ist ihm das gemeinsame Erlebnis wichtiger als eine besonders lange Strecke.
Während des Wachstums muss die Bewegung an den jungen Körper angepasst werden. Ein Mastiff entwickelt innerhalb kurzer Zeit enorme Größe und Substanz.
Lange, gleichförmige Belastungen, häufige Sprünge und körperliche Überforderung gehören deshalb nicht in die Welpenzeit.
Gleichzeitig sollte ein junger Mastiff nicht in Watte gepackt werden. Er benötigt natürliche Bewegung, unterschiedliche Untergründe, Spiel und Erfahrungen, um Körpergefühl, Koordination und Muskulatur zu entwickeln.
Wie wir eine gesunde und altersgerechte Bewegung gestalten, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber „Mastiff-Welpe und Bewegung – wie viel ist gesund?“.
Die körperliche Entwicklung behandeln wir ergänzend im Beitrag „Mastiff-Welpe im Wachstum“.
Pflege und praktischer Alltag
Das kurze Fell des Mastiffs ist vergleichsweise unkompliziert. Regelmäßiges Bürsten entfernt lose Haare und unterstützt die Haut- und Fellpflege.
Daneben gehören die Kontrolle von Ohren, Augen, Zähnen, Pfoten und Krallen zum normalen Alltag.
Und ja: Auch das Sabbern gehört bei vielen Mastiffs dazu.
Nicht jeder Hund sabbert gleich stark. Ein Tuch an geeigneter Stelle kann im Zusammenleben trotzdem ausgesprochen praktisch sein.
Wer einen Mastiff liebt, entwickelt meist schnell eine gewisse Gelassenheit gegenüber Spuren auf Kleidung, Möbeln und frisch geputzten Flächen.
Auch die praktische Größe sollte nicht unterschätzt werden.
Ein Mastiff benötigt:
- einen ausreichend großen Liegeplatz,
- stabiles Zubehör,
- eine sichere Transportmöglichkeit,
- genügend Platz im Fahrzeug,
- geeignetes Futter,
- sowie eine langfristig eingeplante gesundheitliche Versorgung.
Ein riesiges Haus ist nicht zwangsläufig erforderlich. Der vorhandene Raum sollte aber so gestaltet sein, dass ein sehr großer Hund sich sicher bewegen, ruhig liegen und selbstverständlich am Familienalltag teilnehmen kann.
Francis – eine Hündin schreibt Mastiff-Geschichte
Ein Rasseporträt aus meiner persönlichen Sicht wäre nicht vollständig, ohne Francis From the Burning Mountain of Bredwardine zu erwähnen.
Francis wurde am 28. August 1999 geboren. Sie war eine fawnfarbene Hündin und stammte aus einem Wurf mit nur zwei Welpen.
Gezüchtet wurde sie von Johannes Schug und mir. Ihr Vater war der Internationale und Österreichische Champion Bredwardine Brynilltyd. Ihre Mutter war die Niederländische, Luxemburgische, Deutsche und Internationale Championhündin Billa from the Burning Mountain.

Francis war für mich jedoch nie nur eine spätere Rekordhündin.
Sie war zunächst einmal ein Hund mit einer eigenen Persönlichkeit, einem besonderen Ausdruck und all den Eigenschaften, die wir uns von einem typischen Mastiff wünschen.
Später setzte sie ihre außergewöhnliche Ausstellungskarriere in Großbritannien bei Richard Thomas und Peter Tugwell fort.
Dass eine in Deutschland gezogene Hündin im Ursprungsland der Rasse eine solche Anerkennung erhalten würde, war für uns damals etwas ganz Besonderes.
Bereits bei ihrem ersten Auftritt in Großbritannien gewann Francis 2002 auf der Crufts ihre Klasse. Im darauffolgenden Jahr erhielt sie ihr erstes Reserve Challenge Certificate.
Im Jahr 2004 gewann sie 16 britische Challenge Certificates, wurde elfmal Best of Breed und zur Mastiff Bitch of the Year gekürt.
2005 folgten zehn weitere Challenge Certificates. Bei der Crufts gewann Francis in diesem Jahr Best of Breed.
Mit ihrem insgesamt 26. Challenge Certificate stellte sie auf der Ausstellung in Darlington den damaligen britischen CC-Rasserekord auf. Sie wurde dadurch von 2005 bis 2006 als britische Rekordhalterin geführt.
26 britische Challenge Certificates machten Francis zu einer der erfolgreichsten Mastiff-Hündinnen ihrer Zeit.

Für mich ist ihre Geschichte bis heute mit vielen Erinnerungen verbunden.
Nicht allein wegen der Zahl ihrer Auszeichnungen. Francis wurde von verschiedenen Richtern beurteilt und konnte über einen längeren Zeitraum hinweg überzeugen.
Dass eine von uns gezogene Hündin im Mutterland des Mastiffs einen solchen Erfolg erreichen konnte, war eine außergewöhnliche Anerkennung unserer damaligen Zuchtarbeit.
Eine solche Ausstellungskarriere lässt sich nicht planen oder erzwingen.
Als Züchter können wir jedoch versuchen, Gesundheit, Wesen, Abstammung, Körperbau und rassetypischen Ausdruck so verantwortungsvoll wie möglich miteinander zu verbinden.
Francis erinnert mich deshalb bis heute daran, wie viel Verantwortung in jeder einzelnen züchterischen Entscheidung liegt.
Sie gehört zu unseren Wurzeln.
Ihre Geschichte ist nicht nur ein Kapitel vergangener Ausstellungserfolge, sondern ein Teil dessen, was unsere Verbundenheit mit dem Mastiff und unsere Arbeit bis heute prägt.
Ausstellungserfolg ist nicht alles
Ausstellungen ermöglichen es, einen Hund mit dem Rassestandard zu vergleichen und von erfahrenen Richtern beurteilen zu lassen.
Sie schaffen Begegnungen mit anderen Züchtern, ermöglichen einen fachlichen Austausch und helfen dabei, die Entwicklung einer Rasse über viele Jahre hinweg zu beobachten.
Trotzdem darf ein Titel niemals allein darüber entscheiden, welchen Wert ein Hund besitzt.
Ein Mastiff muss in erster Linie gesund, wesensfest und ein guter Begleiter für seine Familie sein.
Der FCI-Standard betont, dass Größe nur in Verbindung mit Qualität und vollständiger Gesundheit erwünscht ist. Abweichungen sollen auch danach beurteilt werden, wie sie Gesundheit und Wohlbefinden beeinflussen.
Das ist unser Anspruch bei From the Celtic Mountain.
Wir freuen uns über Ausstellungserfolge und sind stolz auf die Titel unserer Hunde.
Im Mittelpunkt stehen für uns jedoch immer:
- ihre Gesundheit,
- ihr Wesen,
- ihre körperliche Entwicklung,
- ihr rassetypischer Ausdruck,
- und das vertrauensvolle Zusammenleben mit ihnen.
Ein Championtitel ist eine schöne Anerkennung.
Der wichtigste Titel bleibt für uns trotzdem:
Geliebtes Familienmitglied.

Ausstellungserfolge gehören zu unserer Geschichte und zu unserer heutigen Zucht. Im Mittelpunkt bleiben für uns jedoch immer Gesundheit, Wesen und das gemeinsame Leben mit unseren Hunden.
Zu wem passt ein English Mastiff?
Ein Mastiff passt zu Menschen, die seine Ruhe und Nähe schätzen und bereit sind, seine Größe von Beginn an verantwortungsvoll in den Alltag einzubeziehen.
Er passt zu Menschen, die:
- einen engen Familienbegleiter suchen,
- liebevoll und zugleich klar erziehen,
- einen ruhigen und würdevollen Hund zu schätzen wissen,
- ausreichend Platz und eine passende Transportmöglichkeit einplanen,
- Kosten und Verantwortung eines sehr großen Hundes realistisch betrachten,
- und ihren Hund nicht nur während der niedlichen Welpenzeit, sondern über viele gemeinsame Jahre begleiten möchten.
Weniger passend ist er für Menschen, die einen ausdauernden Sporthund suchen oder ausschließlich von seiner imposanten Erscheinung begeistert sind.
Ein Mastiff ist kein lebendes Statussymbol.
Er ist ein sensibler Hund mit eigenen Bedürfnissen, einem großen Nähebedürfnis und einer Kraft, die verantwortungsvoll geführt werden muss.
Wer jedoch sein ruhiges Wesen versteht, seine Eigenheiten mit Humor nimmt und ihm einen festen Platz in der Familie schenkt, kann in ihm einen außergewöhnlich treuen Begleiter finden.
Zukünftige Halter, die sich näher mit einem Mastiff-Welpen beschäftigen möchten, finden auf unserer Seite Welpen und Wurfplanung weitere Informationen zu Aufzucht, Sozialisation, Gesundheit und dem persönlichen Kennenlernen.
Mein Fazit nach mehr als 30 Jahren
Auch nach all den Jahren hat der Mastiff für mich nichts von seiner Faszination verloren.
Jeder Hund ist anders.
Manche sind besonders ruhig und beobachtend. Andere sind verspielt und voller kleiner Ideen. Manche suchen ständig Nähe, während andere ihre Menschen lieber mit etwas Abstand im Blick behalten.
Was sie verbindet, ist diese besondere Mischung aus Kraft und Sanftheit.
Ein Mastiff füllt einen Raum nicht nur durch seine körperliche Größe. Er besitzt eine Präsenz, die man spürt.
Gleichzeitig kann er sich mit einer Selbstverständlichkeit in das Familienleben einfügen, als wäre genau dieser Platz schon immer für ihn bestimmt gewesen.
Francis hat als außergewöhnlich erfolgreiche Hündin ein bedeutendes Kapitel unserer Geschichte geschrieben.
Unsere heutigen Hunde führen diese Geschichte nicht als Kopien fort. Jeder von ihnen bringt seine eigene Persönlichkeit, seine eigenen Stärken und seinen eigenen Ausdruck mit.
Und genau darin liegt für mich die Schönheit der Zucht:
Die Geschichte einer Rasse zu bewahren, ohne stehen zu bleiben – und jeder neuen Generation die besten Voraussetzungen für ein gesundes und liebevolles Leben mitzugeben.
Der Mastiff ist groß, kraftvoll und beeindruckend.
Vor allem aber ist er ein Hund mit Würde, Sensibilität und einem sehr großen Herzen.
Ausblick auf Ludwigshafen
Am 15. und 16. August 2026 werden wir den Mastiff wieder dort erleben, wo sich Erscheinungsbild, Wesen und Bewegung besonders intensiv betrachten lassen: im Ausstellungsring bei der Doppel-CACIB in Ludwigshafen.
Am Samstag werden Greta, Magnus und Miss Marple vorgestellt. Am Sonntag begleitet uns zusätzlich unser Ingo.
Gerade im Zusammenhang mit diesem Rasseporträt freue ich mich darauf, unsere Hunde noch einmal ganz bewusst mit all den Eigenschaften zu präsentieren, die für mich einen typischen Mastiff ausmachen:
Kraft und Harmonie, Ruhe und Ausstrahlung, ein sicherer Charakter und die enge Verbindung zu seinen Menschen.
Natürlich fahren wir mit Vorfreude nach Ludwigshafen und hoffen auf schöne Bewertungen und Ergebnisse.
Doch unabhängig von Titeln und Platzierungen ist eine Ausstellung für uns immer auch eine Gelegenheit, unsere Hunde gemeinsam zu erleben, andere Mastiff-Freunde zu treffen und die besondere Vielfalt dieser Rasse zu sehen.
Jeder Hund bringt seinen eigenen Ausdruck, seinen eigenen Körperbau und seine eigene Persönlichkeit mit in den Ring.
Genau das macht solche Veranstaltungen für mich auch nach vielen Jahren weiterhin spannend.
Nach dem Wochenende werden wir in unserem Bereich Aktuelles ausführlich über Ludwigshafen berichten und die schönsten Eindrücke, Ergebnisse und Bilder mit Ihnen teilen.
Bis dahin freuen wir uns auf zwei besondere Ausstellungstage mit unseren Hunden – und darauf, den English Mastiff in all seiner Würde und Persönlichkeit präsentieren zu dürfen.
Sie interessieren sich für unsere Hunde, unsere Zucht oder den für Anfang 2027 geplanten Wurf? Weitere Informationen finden Sie in unserer Wurfankündigung für 2027. Bei persönlichen Fragen dürfen Sie gerne Kontakt mit uns aufnehmen.
Externe Quellen
Dieses Rasseporträt verbindet meine persönlichen Erfahrungen aus mehr als 30 Jahren mit Mastiffs mit Informationen aus folgenden externen Quellen:
- FCI-Rassestandard Nr. 264 – Mastiff
Offizieller deutschsprachiger Rassestandard mit Angaben zu Herkunft, Verwendung, Erscheinungsbild, Farben, Wesen, Gangwerk und Gesundheit des Mastiffs. - Old English Mastiff Club – Breed Record Holders
Informationen zu Francis From the Burning Mountain of Bredwardine, ihrer Abstammung, ihren 26 britischen Challenge Certificates und ihrer Zeit als britische Rekordhalterin von 2005 bis 2006. - Verband für das Deutsche Hundewesen – Doppel-CACIB Ludwigshafen
Offizielle Veranstaltungsinformationen zur Doppel-CACIB am 15. und 16. August 2026 in Ludwigshafen. - Club für Molosser e. V. – Mastiff-Züchter
Übersicht der im Club geführten deutschen Mastiff-Zuchtstätten. From the Celtic Mountain ist dort mit Sybilla und Michelle Mansfeld als Mastiff-Zuchtstätte aufgeführt.
Stand der externen Quellen: August 2026.