Mastiff-Welpe und Bewegung – wie viel ist gesund?

Wenn ein Mastiff-Welpe neugierig seine Umgebung entdeckt, möchte man ihn am liebsten überallhin mitnehmen. Jeder neue Geruch ist spannend, ein raschelndes Blatt wird zum kleinen Abenteuer und selbst ein kurzer Weg vor die Haustür kann voller neuer Eindrücke sein.

Gleichzeitig wissen wir, wie schnell aus diesem kleinen Welpen ein sehr großer und schwerer Hund wird. Gerade deshalb begegnet uns immer wieder die Frage:

Wie viel Bewegung braucht ein Mastiff-Welpe – und wann wird es zu viel?

Darauf gibt es unserer Meinung nach keine Antwort, die sich ausschließlich in Minuten oder Kilometern ausdrücken lässt. Ein Welpe braucht Bewegung, um Muskulatur, Koordination, Gleichgewicht und Vertrauen in den eigenen Körper zu entwickeln. Er braucht aber ebenso Menschen, die aufmerksam erkennen, wann aus einer wertvollen Erfahrung eine Überforderung wird.

Für uns bedeutet altersgerechte Bewegung deshalb vor allem:

Ein Mastiff-Welpe soll entdecken dürfen, ohne bereits körperlich etwas leisten zu müssen.

Bewegung gehört zu einer gesunden Entwicklung

Aus Sorge um Knochen und Gelenke werden Welpen großer Rassen manchmal besonders stark geschont. Diese Sorge ist verständlich – sie sollte jedoch nicht dazu führen, dass ein junger Hund kaum Gelegenheit bekommt, seinen Körper kennenzulernen.

Ein Welpe darf laufen, spielen, schnuppern und verschiedene Untergründe erleben. Er darf kleine Hindernisse überwinden, mit geeigneten Hunden spielen und manchmal auch noch etwas tapsig sein.

Entscheidend ist weniger, ob er sich bewegt, sondern wie diese Bewegung aussieht.

Beim freien Erkunden kann der Welpe stehen bleiben, die Richtung wechseln, schnuppern oder sich ausruhen. Beim Joggen, langen Wandern oder Laufen am Fahrrad müsste er dagegen einem vorgegebenen Tempo folgen – möglicherweise auch dann, wenn sein Körper bereits eine Pause benötigt.

Die Knochen eines Welpen wachsen über sogenannte Wachstumsfugen. Bei großen und sehr großen Hunden bleiben diese länger aktiv als bei kleineren Rassen. Intensive, gleichförmige Belastungen und wiederholte harte Landungen sollten deshalb während des Wachstums vermieden werden. Wann ein Hund für anspruchsvollere Aktivitäten bereit ist, hängt nicht nur vom Alter, sondern auch von seiner individuellen körperlichen Entwicklung ab.

Der falbwnfarbene English Mastiff Welpe Natalio steht im Sonnenlicht auf einer Wiese.
Ein Mastiff-Welpe darf seine Umgebung in seinem eigenen Tempo erkunden – ohne Leistungsdruck und mit genügend Zeit für kleine Pausen.

Keine Stoppuhr kann den eigenen Welpen ersetzen

Im Internet findet man häufig feste Regeln, nach denen ein Welpe pro Lebensmonat nur eine bestimmte Anzahl an Minuten spazieren gehen dürfe. Solche Angaben können höchstens eine grobe Orientierung sein. Sie berücksichtigen weder den Untergrund noch das Wetter, das Temperament, die Tagesform oder die Intensität der jeweiligen Aktivität.

Zehn Minuten ruhiges Schnuppern auf einer Wiese sind etwas anderes als zehn Minuten schnelles Laufen auf Asphalt. Ein entspannter Weg in vertrauter Umgebung beansprucht einen Welpen anders als ein Besuch in einer belebten Innenstadt mit vielen Geräuschen, Menschen und Gerüchen.

Wir schauen deshalb weniger auf die Uhr und mehr auf den Welpen:

  • Bewegt er sich noch locker und gleichmäßig?
  • Interessiert er sich weiterhin für seine Umgebung?
  • Fällt er deutlich zurück?
  • Setzt oder legt er sich wiederholt hin?
  • Wirkt er nach dem Ausflug zufrieden oder völlig überdreht?
  • Steht er nach dem Schlafen wieder locker auf?
  • Ist er auch am folgenden Tag bewegungsfreudig?

Ein Welpe, der nach einer Unternehmung zufrieden schläft und anschließend normal aufsteht, hat die Belastung wahrscheinlich gut verarbeitet. Wirkt er dagegen ungewöhnlich erschöpft, steif oder bewegungsunlustig, war es möglicherweise zu viel.

Der eigene Welpe gibt uns meistens gute Hinweise – wir Menschen müssen sie nur rechtzeitig wahrnehmen.

Selbstbestimmte Bewegung ist besonders wertvoll

Beim freien Erkunden bewegen sich Welpen meist sehr abwechslungsreich. Sie laufen einige Schritte, halten an, wechseln die Richtung, schnuppern und setzen sich zwischendurch einfach ins Gras.

Diese Wechsel fördern Gleichgewicht, Koordination und Körpergefühl. Der Welpe kann sein Tempo selbst bestimmen und die Bewegung unterbrechen, sobald er eine Pause braucht.

Eine prospektive Untersuchung mit vier großen Hunderassen fand bei Welpen bis zu einem Alter von drei Monaten einen Zusammenhang zwischen freier Bewegung auf weichem, leicht unebenem Untergrund und einem geringeren Auftreten von Hüftdysplasie. Regelmäßiger Zugang zu Treppen war in derselben Untersuchung dagegen mit einem höheren Risiko verbunden. Die Studie zeigt Zusammenhänge und beweist nicht, dass eine einzelne Aktivität allein über gesunde oder erkrankte Hüften entscheidet.

Für uns bestätigt das dennoch einen wichtigen Grundsatz:

Ein Welpe profitiert von natürlicher und abwechslungsreicher Bewegung – nicht von einem möglichst langen Trainingsprogramm.

Geeignet sind beispielsweise ein sicher eingezäunter Garten, eine ruhige Wiese oder ein weicher Waldweg. Dort darf der Welpe in seinem eigenen Tempo entdecken, statt eine festgelegte Strecke bewältigen zu müssen.

Weitere besondere Momente aus der Aufzucht und den ersten Erkundungen unserer Welpen zeigen wir in unserer Welpen-Galerie.

Fawnfarbener English-Mastiff-Welpe sitzt neben einem großen bunten Ball im Garten
Freies Spiel und selbst gewählte Bewegungen gehören zu einer gesunden Welpenentwicklung – ohne dass der Welpe einem Ball ständig hinterherjagen muss.

Ein Spaziergang ist eine Entdeckungsreise

Ein Spaziergang mit einem Mastiff-Welpen muss kein sportliches Ereignis sein. Gerade in den ersten Monaten geht es nicht darum, möglichst weit zu kommen.

Schon ein kurzer Weg kann viele wertvolle Erfahrungen enthalten: Der Welpe läuft einige Schritte an lockerer Leine, beobachtet einen Fahrradfahrer, hört ein unbekanntes Geräusch, schnuppert an einer Hecke und begegnet vielleicht einem freundlichen Menschen.

Für uns ist ein guter Welpenspaziergang deshalb eher eine gemeinsame Entdeckungsreise als eine Strecke von A nach B.

Bleibt der Welpe stehen, muss er nicht sofort weitergelockt werden. Vielleicht verarbeitet er gerade einen neuen Geruch oder beobachtet etwas, das für uns Menschen völlig alltäglich erscheint.

Mehrere kleine und entspannte Unternehmungen sind häufig sinnvoller als ein einziger langer Weg. Nach einem besonders aufregenden Erlebnis darf der folgende Tag bewusst ruhiger sein.

Nicht jeder Tag muss ein neues Abenteuer bieten.

Bewegung und Sozialisierung gehören zusammen

Während eines Ausflugs lernt ein Welpe nicht nur seinen Körper, sondern auch seine Umwelt kennen. Besonders die ersten drei Lebensmonate gelten als wichtige Phase für positive Erfahrungen mit Menschen, Tieren, Geräuschen und unterschiedlichen Umgebungen.

Die American Veterinary Society of Animal Behavior empfiehlt, Welpen schon vor Abschluss der vollständigen Impfserie sicher und kontrolliert zu sozialisieren. Dabei sollen neue Erfahrungen nicht zu starker Angst, Rückzug oder Überforderung führen. Stark frequentierte Bereiche mit vielen Hunden unbekannten Gesundheitsstatus sollten vermieden werden.

Das bedeutet für uns nicht, dass ein Welpe überall mitlaufen muss.

Häufig genügt es, einen neuen Ort aus sicherer Entfernung zu beobachten. Der Welpe darf sich alles in Ruhe ansehen und selbst entscheiden, ob er näherkommen möchte.

Uns ist dabei besonders wichtig:

Nicht möglichst viele Erfahrungen zählen, sondern möglichst gute Erfahrungen.

Zeigt ein Welpe Unsicherheit, bekommt er Abstand und Zeit. Er muss eine Situation nicht aushalten, nur damit sie auf einer gedanklichen Liste abgehakt werden kann.

Wie unsere English-Mastiff-Welpen im Familienalltag aufwachsen und unterschiedliche Menschen, Hunde und Alltagseindrücke kennenlernen, beschreiben wir auf unserer Seite English Mastiff Welpen.

Wie sich Bewegung mit dem Alter verändert

Jeder Mastiff-Welpe entwickelt sich individuell. Deshalb möchten wir keine starren Zeitpläne vorgeben. Einige grundsätzliche Phasen lassen sich dennoch beschreiben.

Nach dem Einzug

In den ersten Tagen im neuen Zuhause reichen kurze Wege zum Lösen und ein ruhiges Kennenlernen der direkten Umgebung.

Der Welpe verarbeitet bereits die Trennung von seinen Geschwistern, neue Menschen, neue Geräusche und einen veränderten Tagesablauf. Das ist für ihn eine große Leistung – auch ohne langen Spaziergang.

In den ersten Monaten

Der Welpe wird neugieriger, sicherer und körperlich geschickter. Kleine Spaziergänge, kontrolliertes Spiel und unterschiedliche Untergründe können langsam erweitert werden.

Schnuppern, Beobachten und kleine Pausen gehören dabei ausdrücklich dazu. Der Welpe muss nicht dauerhaft an kurzer Leine in einem vorgegebenen Tempo marschieren.

Im Junghundealter

Ein junger Mastiff kann bereits beeindruckend groß und kräftig aussehen. Sein äußeres Erscheinungsbild täuscht jedoch leicht darüber hinweg, dass sein Körper noch nicht vollständig ausgereift ist.

Große Hunde können bis etwa zum Alter von 18 Monaten wachsen, einzelne Riesenrassen auch bis ungefähr 24 Monate. Der tatsächliche Entwicklungsstand ist individuell und sollte vor intensiveren sportlichen Belastungen tierärztlich beurteilt werden.

Längeres Joggen, ausgedehnte Wanderungen, das Laufen am Fahrrad oder sprungintensiver Hundesport gehören für uns deshalb nicht in die frühe Wachstumsphase.

Junger fawnfarbener English-Mastiff-Welpe sitzt neben einem erwachsenen gestromten Mastiff vor der Haustür
Auch wenn ein junger Mastiff bereits groß und kräftig aussieht, befindet sich sein Körper noch lange in der Entwicklung.

Unsere erwachsenen English Mastiffs und ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten stellen wir auf der Seite Unsere Hunde näher vor

Treppen, Sprünge und rutschige Böden

Treppen sind für viele Welpenhalter ein großes Thema. Eine einzelne niedrige Stufe ist nicht mit dem täglichen Hinauf- und Hinunterrennen mehrerer Stockwerke vergleichbar. Trotzdem würden wir regelmäßiges Treppenlaufen in den ersten Lebensmonaten möglichst vermeiden. Die bereits erwähnte Studie bei großen Hunderassen stellte insbesondere während der ersten drei Monate einen ungünstigen Zusammenhang fest.

Solange ein Mastiff-Welpe sicher getragen werden kann, ist das eine Möglichkeit. Da diese Zeit bei einem Mastiff nicht lange anhält, sollte früh eine praktische Lösung gefunden werden:

  • Treppengitter gegen unbeaufsichtigtes Laufen,
  • möglichst wenige notwendige Treppenwege,
  • langsames und kontrolliertes Bewältigen,
  • sowie ein rutschfester Untergrund.

Auch wiederholte Sprünge aus dem Auto oder von Möbeln würden wir vermeiden. Beim Herunterspringen muss der junge Hund sein Gewicht abrupt mit den Vorderbeinen auffangen. Eine stabile, rutschfeste Autorampe kann deshalb eine sinnvolle Lösung sein.

Ein einzelner unbeabsichtigter Sprung ist kein Grund zur Panik. Entscheidend ist, dass harte Landungen nicht zu einem täglichen Bestandteil des Welpenlebens werden.

Fliesen, Laminat und glatte Holzböden können außerdem das sichere Aufstehen, Wenden und Abbremsen erschweren. Waschbare Teppichläufer oder rutschfeste Matten geben dem Welpen auf häufig genutzten Wegen mehr Halt.

Spielen mit anderen Hunden

Gemeinsames Spiel kann für Welpen wunderschön und lehrreich sein. Sie lernen Körpersprache, Rücksichtnahme und soziale Grenzen. Gleichzeitig trainieren sie Koordination und Körpergefühl.

Doch nicht jeder Spielpartner passt zu jedem Welpen.

Ein freundlicher, aber sehr stürmischer erwachsener Hund kann einen jungen Mastiff ständig umrennen. Umgekehrt kann auch ein zunehmend schwerer Mastiff-Welpe für einen deutlich kleineren Hund zu grob werden, obwohl er es nicht böse meint.

Wir beobachten deshalb nicht nur, ob die Hunde spielen, sondern wie sie miteinander umgehen.

Gutes Spiel enthält kleine Pausen und Rollenwechsel. Beide Hunde suchen freiwillig wieder Kontakt. Einer jagt nicht dauerhaft den anderen, und keiner versucht, sich zu verstecken oder der Situation zu entkommen.

Wir unterbrechen das Spiel, wenn:

  • ein Welpe ständig umgerannt wird,
  • kein Rollenwechsel mehr stattfindet,
  • einer der Hunde deutlich Abstand sucht,
  • die Bewegungen zunehmend hektisch werden,
  • oder ein Welpe sichtbar müde wird.

Eine kleine Pause nimmt den Hunden nicht den Spaß. Häufig sorgt sie dafür, dass das Spiel anschließend wieder ruhiger und ausgeglichener wird.

Nicht jedes Spielzeug muss geworfen werden

Viele Welpen lieben Bälle und bewegliche Spielzeuge. Dagegen spricht grundsätzlich nichts, solange der Umgang damit ruhig und kontrolliert bleibt.

Problematisch kann ständiges Ballwerfen werden. Der Hund beschleunigt, bremst abrupt ab, dreht sich schnell und jagt dem Ball häufig über seine eigentliche Müdigkeitsgrenze hinaus nach.

Wir bevorzugen deshalb Spiele, bei denen der Welpe seine Bewegung stärker selbst bestimmen kann:

  • ein Spielzeug gemeinsam tragen,
  • ruhig daran ziehen,
  • ein Objekt suchen,
  • einzelne Futterstücke im Gras finden,
  • oder einen Ball selbstständig untersuchen.

Es muss nicht immer schneller und aufregender werden. Oft sind ruhige Spiele mindestens genauso wertvoll.

Ruhe gehört zur Bewegung

Manche Welpen legen sich hin, wenn sie müde sind. Andere werden plötzlich besonders wild: Sie rennen durch den Raum, beißen häufiger in Hände oder Kleidung und finden trotz sichtbarer Erschöpfung kaum noch zur Ruhe.

Dieses Verhalten wird leicht als Zeichen dafür verstanden, dass der Welpe noch mehr Beschäftigung braucht. Nach unserer Erfahrung ist häufig das Gegenteil der Fall.

Der Welpe benötigt dann nicht unbedingt einen weiteren Spaziergang, sondern Unterstützung beim Abschalten.

Ein ruhiger Schlafplatz, wiederkehrende Abläufe und Zeiten ohne dauernde Ansprache helfen ihm dabei. Auch die AVSAB empfiehlt sichere Bereiche, in denen Welpen schlafen, sich zurückziehen und zeitweise selbst beschäftigen können.

Ein Welpe muss nicht den ganzen Tag unterhalten werden. Er darf beobachten, sich langweilen oder einfach in der Nähe seiner Menschen schlafen.

Holly liegt entspannt mit einem Welpen auf einem Bett bei Celtic Mountain.
Nach Bewegung und neuen Eindrücken braucht ein Mastiff-Welpe ausreichend Schlaf, um Erlebnisse zu verarbeiten und sich körperlich zu erholen.

Körpergewicht und Bewegung gehören zusammen

Gesunde Bewegung lässt sich nicht vollständig von Ernährung und Körpergewicht trennen.

Ein Mastiff-Welpe soll langsam und gleichmäßig wachsen und nicht möglichst schnell viel Masse aufbauen. Große und sehr große Hunde, die zu schnell wachsen oder zu schwer werden, tragen bei jeder Bewegung zusätzliches Gewicht auf ihrem noch nicht vollständig entwickelten Bewegungsapparat.

Wir betrachten deshalb nicht nur die Zahl auf der Waage. Körperbau, Rippen, Taille, Muskulatur und die gesamte Entwicklung ergeben gemeinsam ein sinnvolleres Bild.

Wie wichtig ein langsames und harmonisches Heranwachsen ist, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber „Mastiff-Welpe im Wachstum“.

Bewegung bei warmem Wetter

Beim Mastiff müssen wir das Wetter besonders aufmerksam berücksichtigen. An warmen Tagen verlegen wir Unternehmungen möglichst in die kühleren Morgen- oder Abendstunden. Bei großer Hitze darf ein Spaziergang deutlich kürzer ausfallen oder ganz entfallen.

Untersuchungen des Royal Veterinary College zeigen, dass Bewegung der häufigste bekannte Auslöser hitzebedingter Erkrankungen bei Hunden war. Viele Fälle traten bereits beim normalen Spazierengehen auf.

Warnzeichen können sein:

  • ungewöhnlich starkes oder anhaltendes Hecheln,
  • angestrengte oder auffällig laute Atmung,
  • deutliche Schwäche,
  • Taumeln oder Orientierungslosigkeit,
  • Erbrechen,
  • oder ein Zusammenbruch.

Bei Verdacht auf Überhitzung sollte die Aktivität sofort beendet, der Hund mit kühlerem Wasser und Luftbewegung gekühlt und unverzüglich tierärztlicher Rat eingeholt werden.

Ein ausgefallener Spaziergang schadet keinem Welpen. Eine Überhitzung kann dagegen lebensgefährlich werden.

Woran erkennen wir eine mögliche Überforderung?

Nicht jeder Welpe hört selbstständig rechtzeitig auf. Manche laufen aus Begeisterung oder dem Wunsch heraus, ihren Menschen zu folgen, länger weiter, als ihnen eigentlich guttut.

Während und nach der Bewegung achten wir auf:

  • häufiges Hinsetzen oder Hinlegen,
  • deutliches Zurückfallen,
  • nachlassende Koordination,
  • starkes Hecheln,
  • fehlendes Interesse an der Umgebung,
  • ungewöhnliche Erschöpfung,
  • Steifheit nach dem Schlafen,
  • oder Bewegungsunlust am folgenden Tag.

Lahmheit, Schmerzen, Schwellungen oder eine deutliche Veränderung des Gangbildes sollten tierärztlich abgeklärt werden. Verletzungen aktiver Wachstumsfugen können bei jungen Hunden das weitere Knochenwachstum beeinträchtigen.

Nicht jede vorübergehende Müdigkeit ist ein Grund zur Sorge. Wiederholte oder anhaltende Beschwerden sollten aber nicht einfach als normaler Wachstumsschub abgetan werden.

Belastung langsam steigern

Ein junger Mastiff muss keine Ausdauer beweisen. Seine Belastbarkeit entwickelt sich Schritt für Schritt – und genauso sollte auch sein Bewegungsumfang wachsen.

Wir würden möglichst immer nur einen Bereich verändern:

  • entweder den Weg etwas verlängern,
  • eine neue Umgebung besuchen,
  • oder einen anspruchsvolleren Untergrund kennenlernen.

Nicht alles gleichzeitig.

Besucht der Welpe zum ersten Mal einen belebten Ort, muss der Ausflug nicht zusätzlich besonders lang sein. War er in einer Welpengruppe oder hatte Besuch, braucht er am selben Tag kein weiteres großes Erlebnis.

Nach einer Steigerung beobachten wir, wie sich der Welpe am Abend und am folgenden Tag bewegt. Bleibt er locker, fröhlich und ausgeglichen, hat er die Belastung vermutlich gut verarbeitet.

Wirkt er steif, erschöpft oder ungewöhnlich unruhig, darf der nächste Tag wieder ruhiger ausfallen.

Es ist kein Rückschritt, eine Belastung zu reduzieren. Gute Begleitung bedeutet für uns, auf den Welpen zu reagieren – nicht starr an einem Plan festzuhalten.

Was wir während des Wachstums vermeiden würden

Bei einem jungen Mastiff wären wir besonders vorsichtig mit:

  • langen Strecken in einem dauerhaft vorgegebenen Tempo,
  • Joggen oder Laufen am Fahrrad,
  • häufigem Treppensteigen,
  • wiederholten Sprüngen aus dem Auto oder von Möbeln,
  • ständigem Ballwerfen mit abruptem Abbremsen und Wenden,
  • wildem Spiel auf rutschigem Boden,
  • Bewegung trotz sichtbarer Müdigkeit,
  • und körperlicher Anstrengung bei großer Wärme.

Das bedeutet nicht, einen Welpen in Watte zu packen.

Er darf rennen. Er darf spielen. Er darf über einen kleinen Ast steigen, unterschiedliche Untergründe kennenlernen und manchmal noch etwas unbeholfen sein.

Sein Alltag sollte nur nicht aus Belastungen bestehen, die er ohne uns Menschen gar nicht über längere Zeit gewählt hätte.

Unser Fazit

Ein Mastiff-Welpe braucht Bewegung. Er braucht sie für seinen Körper, seine Entwicklung und sein Vertrauen in die Welt.

Was er nicht braucht, sind sportliche Ziele und der Anspruch, bereits im jungen Alter möglichst lange Strecken bewältigen zu müssen.

Wir möchten unseren Welpen ermöglichen, sich natürlich zu bewegen: zu schnuppern, zu spielen, kleine Herausforderungen zu meistern und anschließend wieder zur Ruhe zu kommen.

Die passende Menge lässt sich nicht ausschließlich in Minuten oder Kilometern messen. Sie zeigt sich darin, dass der Welpe Freude an der Bewegung hat, sich locker und sicher bewegt und die Erlebnisse anschließend gut verarbeiten kann.

Manchmal ist ein kleiner Spaziergang genau richtig. Manchmal reicht eine Spielrunde im Garten. Und manchmal ist ein gemeinsamer ruhiger Tag die beste Entscheidung.

Wer seinen Mastiff-Welpen aufmerksam begleitet, seine Grenzen respektiert und die Belastung langsam wachsen lässt, schafft eine wertvolle Grundlage für ein langes und bewegliches gemeinsames Leben.

Sie haben Fragen zur Aufzucht, Entwicklung oder Haltung eines Mastiff-Welpen? Dann dürfen Sie gerne persönlich Kontakt mit uns aufnehmen.

Hinweis: Dieser Beitrag verbindet unsere persönlichen Erfahrungen aus der Aufzucht mit allgemeinen fachlichen Informationen. Er ersetzt keine individuelle tierärztliche Beratung. Bei Lahmheit, Schmerzen, einem auffälligen Gangbild oder Fragen zur körperlichen Belastbarkeit sollte eine Tierärztin oder ein Tierarzt hinzugezogen werden.

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