„Entschuldigen Sie, ist das ein Molosser?“ – mit Ingo im Wildpark Weiskirchen

Ein Ostermontag mit vielen neugierigen Blicken, vorsichtigen Annäherungen und einem English Mastiff, der durch seine Ruhe für sich selbst sprach.

Michelle sitzt mit dem apricotfarbenen English Mastiff Ingo im Wildpark Weiskirchen.
Michelle und Ingo bei ihrem Besuch im Wildpark Weiskirchen am Ostermontag 2026.

„Entschuldigen Sie, ist das ein Molosser?“

Noch bevor Ingo und ich den Parkplatz richtig verlassen hatten, kam ein älterer Herr auf uns zu. Seine Frage klang nicht ängstlich oder zurückhaltend – im Gegenteil: Er hatte Ingo mit sichtlicher Begeisterung entdeckt und wollte mehr über ihn erfahren.

Ich erzählte ihm, dass Ingo ein English Mastiff ist, beantwortete seine Fragen zu Alter und Gewicht und ließ ihn Ingo in Ruhe begrüßen. Damit begann unser Besuch im kleinen Wildpark in Weiskirchen am Ostermontag, dem 6. April 2026.

Für mich waren die Blicke und Fragen allerdings nichts Neues. Ich war schon zuvor mit einem Mastiff in diesem Wildpark gewesen und wusste längst, welche Wirkung ein solcher Riese auf andere Menschen haben kann. Überrascht hat mich an diesem Tag deshalb wenig. Schon auf dem Parkplatz zeigte sich vielmehr erneut: Wenn ein Mastiff mitkommt, bekommen nicht nur die Tiere in den Gehegen Aufmerksamkeit.

Erinnerungsfoto vom Ausflug mit English Mastiff Ingo im Wildpark Weiskirchen.
Ein sonniger Ostermontag mit Ingo im Wildpark Weiskirchen.

Ein ruhiger Riese zwischen vielen Familien

Es war warm und sonnig, die Stimmung locker und entspannt. Viele Familien mit kleinen Kindern nutzten den Feiertag für einen Ausflug. Ingo ließ sich von all dem nicht aus der Ruhe bringen. Die Tiere in den wenigen kleinen Gehegen interessierten ihn kaum; viel spannender schien er dagegen für die anderen Besucher zu sein.

Ein English Mastiff mit Ingos Größe fällt überall auf. Manche Menschen blieben begeistert stehen, andere betrachteten ihn zunächst lieber aus etwas Abstand. Auch einige Hunde reagierten angespannt oder bellten ihn an. Ingo ignorierte das vollständig und blieb gelassen bei mir. Er musste weder antworten noch zeigen, wie groß und stark er ist. Seine Ruhe reichte vollkommen aus.

Besonders berührt haben mich die Begegnungen mit den Kindern. Manche Eltern nahmen ihr Kind beim ersten Anblick dieses riesigen Hundes ganz instinktiv etwas näher zu sich. Das ist verständlich: Wer dem English Mastiff nicht regelmäßig begegnet, kann seine Größe im ersten Moment nur schwer einordnen.

Die Kinder selbst waren häufig schneller neugierig als ängstlich. Einige fragten ihre Eltern und anschließend mich, ob sie Ingo einmal streicheln dürften. Wenn die Eltern einverstanden waren, blieb Ingo ruhig stehen und ließ sich geduldig anfassen. Man sah ihm deutlich an, dass er die Aufmerksamkeit genoss – Ingo lässt sich ohnehin besonders gern von Menschen streicheln und ist Kindern sehr zugewandt.

Dabei ist mir wichtig, nicht pauschal über alle Hunde zu sprechen. Jeder unserer English Mastiffs hat seine eigene Persönlichkeit, und nicht jeder Hund im Celtic-Mountain-Rudel sucht die Nähe zu Kindern so selbstverständlich wie Ingo. Gerade er bringt für solche Begegnungen jedoch eine besondere Gelassenheit und Freundlichkeit mit.

Wenn aus Vorsicht ein besonderes Erlebnis wird

Der Größenunterschied zwischen Ingo und manchen der kleinen Kinder war beinahe rührend. Einige waren kaum größer als er und standen dennoch voller Neugier neben ihm. Während sie ihn streichelten, merkten auch viele Eltern, wie ruhig er blieb. Manche kamen daraufhin selbst näher, stellten Fragen oder entspannten sich sichtbar. Andere blieben etwas vorsichtiger – auch das war vollkommen in Ordnung.

Besonders schön war der Stolz mancher Kinder, nachdem sie Ingo berührt hatten. Für ein fünf- oder sechsjähriges Kind ist die Begegnung mit einem so großen Hund etwas Außergewöhnliches. Ich kann mir gut vorstellen, dass bei einigen die Erinnerung daran, diesen riesigen und zugleich sanften Hund gestreichelt zu haben, länger hängen bleibt als manches Tier im Wildpark.

Genau in solchen Momenten zeigt sich, was eine gute Begegnung bewirken kann. Unsicherheit verschwindet nicht durch große Versprechen, sondern dadurch, dass Menschen einen Hund erleben dürfen, der ruhig bleibt und ihnen Zeit gibt. Ich beantwortete die Fragen, gab den Kindern und Eltern Sicherheit – und ließ ansonsten vor allem Ingo selbst wirken.

Aufklärung gehört für mich zur Zucht

Wer mit einem Mastiff unterwegs ist, begegnet fast immer Blicken, Fragen und manchmal auch Vorbehalten. Das gehört zum Alltag mit diesen außergewöhnlichen Hunden. Für mich gehört es ebenso zur Verantwortung als Züchterin, Fragen geduldig zu beantworten, Ängste ernst zu nehmen und dort Nähe zu ermöglichen, wo Hund und Mensch sich damit wohlfühlen.

Dabei geht es nicht darum, jeden Menschen von der Rasse überzeugen zu müssen. Respekt vor einem so großen Hund ist nachvollziehbar. Umso wertvoller sind freiwillige, positive Begegnungen. Sie zeigen, dass beeindruckende Größe und große Sanftmut sehr wohl zusammengehören können – und sie machen zugleich deutlich, dass jeder Hund als individuelle Persönlichkeit betrachtet werden muss.

Ingo hat an diesem Tag nichts Besonderes „leisten“ müssen. Er war einfach er selbst: ruhig, freundlich, kinderlieb und vollkommen unbeeindruckt von bellenden Hunden und den vielen Blicken um ihn herum. Gerade dadurch wurde er für viele Besucher zur eigentlichen Attraktion des kleinen Wildparks.

Ein Eis für Ingo

Nach dem warmen und ereignisreichen Ausflug machte ich auf dem Rückweg noch an einer Eisdiele Halt. Weil Ingo diesen Tag so großartig gemeistert hatte, bekam auch er eine kleine süße Abkühlung. Sein eigenes Eis war innerhalb kürzester Zeit verschwunden – und selbstverständlich zog der riesige Hund mit seinem Eis auch dort wieder neugierige Blicke auf sich.

English Mastiff Ingo bekommt nach seinem Wildparkbesuch ein Eis als kleine Belohnung.
Eine kleine Abkühlung zum Abschluss – Ingos Eis war in kürzester Zeit verschwunden.

So endete ein schöner Ostermontag, an dem aus anfänglicher Vorsicht mehrfach echte Nähe wurde. Vielleicht erinnern sich einige der Kinder später nicht mehr an jedes Gehege im Wildpark. An den riesigen Ingo, den sie streicheln durften, aber vermutlich schon.

Für mich ist genau das ein wichtiger Teil des Lebens mit Mastiffs: Menschen nicht nur von ihrem Wesen zu erzählen, sondern ihnen die Möglichkeit zu geben, es selbst zu erleben.

Mehr aus dem Alltag unserer Mastiffs

Unsere Hunde begleiten uns nicht nur bei Ausstellungen und in der Zucht, sondern vor allem im ganz normalen Leben. Manchmal entstehen dabei auch ernste Erfahrungen – etwa als Ingo ein kleines Spielzeug verschluckte.

Weitere Erfahrungen und Wissen rund um Haltung, Entwicklung und das Zusammenleben mit dieser besonderen Rasse finden Sie in unserem Mastiff-Ratgeber.

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