Dieses Wochenende wird uns noch eine Weile in Erinnerung bleiben. Am 15. und 16. August 2026 waren wir bei der Doppel-CACIB Ludwigshafen auf dem Gelände der Friedrich-Ebert-Halle – am Samstag bei bis zu 37 Grad.
Am Samstag waren Miss Marple, Greta und Magnus dabei. Am Sonntag verstärkte Ingo unser kleines Team. Bei diesen Temperaturen war allerdings schon vor dem ersten Gang in den Ring klar: An diesem Wochenende zählten nicht nur die Bewertungen. Das Wohlbefinden der Hunde hatte jederzeit Vorrang.

37 Grad und ein wachsames Auge auf die Hunde
Los ging es am Samstag gegen halb neun. Schon am Morgen war zu spüren, dass es ein sehr heißer Tag werden würde. Später stieg das Thermometer in der Region auf rund 37 Grad. Auch der Boden erzählte von den trockenen Wochen zuvor: Der Rasen auf dem Ausstellungsgelände war fast vollständig verbrannt und entsprechend hart und staubig.
Zum Glück lagen die Ringe unter großen Zelten, und auf dem Gelände gab es kostenloses Frischwasser. Unseren eigenen Pavillon hatten wir so aufgebaut, dass die Hunde zwischen ihren Einsätzen einen schattigen Rückzugsort hatten. Kühlmatten, Kühlmäntel, mehrere Wassernäpfe und ein kräftiger Ventilator gehörten an diesem Wochenende zur wichtigsten Ausrüstung.
Miss Marple, Greta und Magnus verbrachten die meiste Zeit im Schatten. Wir feuchteten die Kühlmäntel immer wieder an, wechselten das Wasser und achteten genau darauf, wie jeder einzelne Hund mit der Wärme zurechtkam. Die Wege auf dem Gelände hielten wir kurz. Im Ring wurde präsentiert, danach ging es ohne Umwege zurück in den Pavillon. Gerade bei einem English Mastiff ist es wichtig, rechtzeitig zu reagieren und nicht erst dann, wenn die Hitze bereits zu viel geworden ist.
Für Greta wurde dieser außergewöhnlich heiße Samstag gleichzeitig zu einem ganz besonderen Ausstellungstag. Sie startete in der Championklasse, wurde als Best of Opposite Sex ausgezeichnet und erhielt mit diesem Ergebnis offiziell den Titel Deutscher Champion.
Ein besonderer Meilenstein für Greta und ein Erfolg, über den wir uns an diesem anspruchsvollen Tag natürlich ganz besonders gefreut haben.
Gegen 16 Uhr waren wir wieder zu Hause. Drei müde Menschen und drei müde Mastiffs – aber alle wohlauf. Das war nach diesem heißen Tag eindeutig das Wichtigste.

Viermal Vorzüglich – und der zweite Deutsche Champion
Am Sonntag war es zwar etwas weniger heiß als am Vortag, aber noch immer sehr warm und drückend. Für Mensch und Hund blieb die Hitze damit eine Belastung. Der Ablauf saß inzwischen: Pavillon, Boxen, Wasser und Kühlung waren schnell an ihrem Platz. Und diesmal war auch Ingo mit dabei.
Die Meldeliste der Mastiffs war überschaubar: Unsere vier waren an diesem Sonntag die einzigen Vertreter der Rasse. Die Beurteilungen werden dennoch für jeden Hund einzeln vergeben – und genau darüber haben wir uns gefreut. Alle vier erhielten die Formwertnote Vorzüglich und nahmen eine Anwartschaft oder einen Titel mit nach Hause.
- Greta: Vorzüglich, Best of Breed und der Titel Rheinland-Pfalz-Sieger 2026
- Magnus: Vorzüglich, Best of Opposite Sex und der Titel Rheinland-Pfalz-Sieger 2026
- Miss Marple: Vorzüglich, Reserve CACIB und Deutscher Champion
- Ingo: Vorzüglich und Reserve CACIB
Für Miss Marple wurde der Sonntag damit ebenfalls zu einem ganz besonderen Ausstellungstag. Mit ihrem Ergebnis in Ludwigshafen erreichte auch sie den Titel Deutscher Champion. Nachdem Greta bereits am Samstag ihren Championtitel perfekt gemacht hatte, durften wir das Wochenende damit gleich mit zwei neuen Deutschen Champions in unserem Rudel beenden.

Besonders schön war das geschlossene Ergebnis unseres Quartetts. Greta wurde Rassebeste, Magnus bester Hund des anderen Geschlechts. Dazu kamen die beiden Reserve CACIB für Miss Marple und Ingo. Mit den Rheinland-Pfalz-Siegertiteln für Greta und Magnus und dem Deutschen Championtitel für Miss Marple wurde der Sonntag schließlich zum perfekten Abschluss eines außergewöhnlichen Ausstellungswochenendes.

Begegnungen, die bleiben
Mindestens ebenso wertvoll wie Schleifen und Urkunden waren die Begegnungen am Rand des Rings. Wir trafen Züchterkollegen, tauschten uns aus und kamen an unserem Platz immer wieder mit Besuchern ins Gespräch. Genau darin liegt eine der schönen Seiten einer Ausstellung: Man erlebt die Hunde nicht nur auf Bildern, sondern direkt und ganz ohne Hochglanzfilter.
Besonders gefreut hat uns, wie konkret manche Fragen waren. Natürlich ging es auch um Größe und Aussehen. Viel häufiger als erwartet wurde aber nach dem tatsächlichen Rasseprofil gefragt: Wie lebt es sich im Alltag mit einem so großen Hund? Was ist während des Wachstums bei Gelenken und Bewegung zu beachten? Und wie wichtig sind frühe Erfahrungen und eine gute Sozialisation?
Das sind genau die Themen, über die wir auch in unserem Mastiff-Ratgeber schreiben. Denn so beeindruckend ein Mastiff auf den ersten Blick wirkt: Für ein gutes gemeinsames Leben sind Wesen, Entwicklung, Gesundheit, Platzbedarf und Verantwortung entscheidend. Hilfreich war dabei, dass die Besucher an unserem Platz Mastiffs unterschiedlichen Alters und in verschiedenen Farben kennenlernen konnten – bis hin zu Ingo, der inzwischen siebeneinhalb Jahre alt ist. So entsteht ein wesentlich ehrlicheres Bild als durch ein einzelnes schönes Foto.
Warum sich ein Ausstellungsbesuch lohnt
Wer einen English Mastiff bisher nur von Fotos oder aus dem Internet kennt, darf ruhig einmal eine Ausstellung besuchen. Im Ring sieht man nur einen kleinen Ausschnitt. Fast interessanter sind die Momente daneben: Wie verhält sich ein Hund inmitten vieler Menschen und anderer Rassen? Wie kommt er zur Ruhe? Und wie unterschiedlich wirken Mastiffs, wenn mehrere von ihnen nebeneinanderstehen?
Eine Ausstellung ist allerdings auch für die Hunde ein langer Tag. Ruhezeiten und ein geschützter Rückzugsort gehören deshalb unbedingt dazu. Wer einen Hund kennenlernen möchte, fragt am besten kurz nach. Manchmal passt es sofort, manchmal braucht der Hund gerade seine Pause – beides ist völlig in Ordnung.
So endete die vorerst letzte Ausstellung an diesem Ludwigshafener Standort mit einem Wochenende, das sportlich kaum schöner hätte laufen können: Greta und Miss Marple erreichten den Titel Deutscher Champion, Greta und Magnus wurden Rheinland-Pfalz-Sieger 2026 und alle vier Mastiffs erhielten die Formwertnote Vorzüglich.
Wir nehmen damit zwei neue Deutsche Champions, zwei Rheinland-Pfalz-Siegertitel, vier vorzügliche Bewertungen und viele gute Gespräche mit nach Hause. Was darüber hinaus bleibt, ist ein Wochenende mit viel Organisation, noch mehr Wasser und einem sehr wachsamen Blick auf unsere Hunde. Dass alle vier die beiden Tage gut gemeistert haben, freut uns am meisten.
















